Berufspraktisches Kunstprojekt zur Gestaltung der Unterführung Großheubach-Miltenberg 2018/2019

Bei diesem berufspraktischen Kunstprojekt gestaltete die  Vorbereitungsklasse zur Berufsintegrationsklasse der Berufsschule Miltenberg-Obernburg zwei große Wände in der Fußgänger- und Radunterführung unter der Projekleitung von Christiane Leuner. Nach entsprechenden Vorbereitungskursen mit Theorie (Farblehre, Gestaltungslehre, Kunstgeschichte) und der Vermittlung  verschiedenster Maltechniken sowie Werkstoffkunde,  Arbeitsplatzgestaltung und  Sicherheit am Arbeitsplatz,  wurden gemeinsam Motive für die Wandgestaltungen entwickelt. Während der Kunstprojekte wurde ein Kompetenztraining zum Entdecken der eigenen Schlüsselkompetenzen absolviert und durch Reflektionsgespräche vertieft, was für die berufliche Orientierung sehr wertvoll ist.


Dieses Projekt wurde im Sommer 2018 und 2019 durchgeführt.

Die Schüler und Schülerinnen waren  sehr motiviert und bestrebt sich durch dieses Projekt selber besser einschätzen zu lernen, zu erkennen, über welche Stärken und Fähigkeiten sie verfügen. Schon bei den Vorbereitungsworkshops erkannte man, dass alle mit großem Eifer bei der Sache waren, es entstanden farbenfrohe und interessante Entwürfe. Der große Entwurf für die Wandgestaltungen  wurden jeweils auf einem 8 m langen Papier im Team gemalt, was Respekt , Geduld sowie Genauigkeit und Durchhaltevermögen erforderte.


Im Sommer 2018 entwarf die Gruppe ein Landschaftsmotiv mit zwei Landschaften, zwischen welchen ein Meer liegt. Auf der linken Seite wurde symbolisch eine Landschaft mit Gebirgszügen, Menschensilhouetten, die auf der Flucht sind brennende Dörfer und Kriegsflugzeuge dargestellt. Auf dem Meer sind Schiffe, über dem Meer Flugzeuge. Dies steht für die Flucht der Menschen aus ihren Herkunftsländern, aus denen sie flüchten mussten. Auf der rechten Seite ist Deutschland dargestellt, in dem die verzweifelten Menschen Zuflucht gefunden haben. Das Bild ist sehr eindrücklich.


Das Motiv 2019  orientiert sich an der typischen hiesigen Landschaft und zeigt einen Fluss, Streuobstwiesen, Berge und ein kleines Dorf sowie Weinberge und ein Gebäude, das an das  Kloster Engelberg erinnert. Außerdem noch Silhouetten von Menschen, die hier leben. Mit diesem Bild wollten wir das Gemälde des letzten Jahres ergänzen. Die meisten dieser jungen Menschen sind inzwischen einige Jahre in Deutschland und haben hier eine 2. Heimat gefunden. Sie haben hier Freunde, Wohnung, gehen zur Schule und fühlen sich wohl bei uns. Sie leben hier in Frieden und möchten hier ihre Zukunft in die Hand nehmen und gestalten. All das soll das harmonische Landschaftsbild beinhalten und  zeigen, dass sie sich hier wohlfühlen.


Mit diesem Projekt haben die Schüler*innen ein Praktikum absolviert, welches sie auf berufliche Praktikas und Berufsausbildung  vorbereitet hat. Durch Reflektionsgespräche und durch das gemeinsame künstlerische Tun erfuhren sie mehr über die sog. Schlüsselqualifikationen wie Durchhaltevermögen, Geduld, Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Konzentration und Fleiß waren gefragt. Teamarbeit wurde trainiert und wurde sichtbar durch das Entstehen und Umsetzen des Bildes, das nun für sich selbst und für die Qualifikation der jungen Künstlerinnen und Künstler spricht. "Ich habe gelernt, dass ich Geduld habe und Genau arbeiten kann! Es hat viel Spaß gemacht und ich habe viel gelernt." beschreib einer der Künstler das Projekt.


Ein individuelles Zertifikat bestätigt den Teilnehmenden die erworbenen und vertieften Fähigkeiten.


Vernissagen mit geladenen Gästen rundeten die gelungenen Kooperations-Projekte ab, bei welcher die jungen Künstler*innen das Projekt, die Maltechniken und ihre gewonnenen  Erfahrungen schilderten und vorstellten. Der Landrat Herr Jens-Marco-Scherf und Herr Bürgermeister Günther Oettinger lobten die Projekte und zeigten sich begeistert von den entstandenen Kunstwerken, die nun die Unterführung in einen Ort der Kunst und Farbe verwandelt hätten.