Berufspraktisches Kunstprojekt zur Gestaltung einer Wand in der Logistik, Fa. Erbacher, the food family, Sommer 2019

Bei diesem berufspraktischen Kunstprojekt gestaltete die  Berufsintegrationsklasse VB der Berufsschule Miltenberg-Obernburg eine große Wand in der Logistik Halle der Fa. Erbacher in Kleinheubach  unter der Projektleitung von Christiane Leuner.

Nach einem Vorbereitungskurs mit Theorie (Farblehre, Gestaltungslehre, Kunstgeschichte) und der Vermittlung  verschiedenster Maltechniken sowie Werkstoffkunde,  Arbeitsplatzgestaltung und  Sicherheit am Arbeitsplatz. Alle waren mit großem Eifer bei der Sache ,es entstanden farbenfrohe und interessante Entwürfe. Der große Entwurf für diese Wandgestaltung wurde auf einem 8 m langen Papier im Team gemalt, was Respekt , Geduld sowie Genauigkeit und Durchhaltevermögen erforderte. Die Idee zu diesem Motiv wurde  nach einem Treffen mit  Herr Frank Erbacher , Christiane Wagner auf Grund von Wünschen zu unserer Gestaltung  von Christiane Leuner entwickelt und mit den teilnehmenden Schülern ausgearbeitet.

Während dem Kunstprojekt wurde ein Kompetenztraining zum Entdecken der eigenen Schlüsselkompetenzen absolviert und durch Reflektionsgespräche vertieft, was für die berufliche Orientierung sehr wertvoll ist.

Dieses Projekt war ein ganz besonderes Projekt. Es ist das erste berufspraktische Projekt, bei welchem eine Firma im Landkreis eine Wand und die entsprechenden Geldmittel zur Verfügung stellt, damit dieses Projekt statt finden konnte.

Die Kooperation mit dem Kunstnetz und der Berufsschule mit der Fa Erbacher war für alle ein großes Erlebnis. Die Schülerinnen und Schüler konnten so nicht nur ein Kunstprojekt durchführen sondern hatten hier auch die Möglichkeit  innerhalb einer Firma Abläufe zu beobachten, die Sicherheitsvorschriften kennenzulernen und Kompetenzen wie z.B. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ausdauer und Höflichkeit zu trainieren. Durchhaltevermögen, Geduld, Genauigkeit sowie Konzentration und Fleiß waren gefragt. Teamarbeit wurde trainiert und all dieses wurde direkt sichtbar durch das langsame Entstehen und Umsetzen des Bildes, das nun für sich selbst und für die Qualifikation der jungen Künstlerinnen und Künstler spricht.

Dieses Projekt dient nicht nur der rein künstlerischen Gestaltung, sondern gibt den Schülern auch eine entscheidende Hilfestellung bei der Berufsorientierung. Denn den Workshop ist gezielt so konzipiert, dass die Teilnehmer ganz praktisch auf Berufe im handwerklichen Bereich sowie einen strukturierten Arbeitsalltag vorbereitet werden.

Der Workshop umfasste einen wichtigen Theorieteil, unterschiedlichste künstlerisch praktische Techniken sowie Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsablaufanalysen und Werkzeugpflege. Zudem wurden handwerkliche ebenso wie soziale- und methodische Fähigkeiten geschult. „Ich habe gelernt sorgfältiger zu arbeiten und es hat mir sehr großen Spaß gemacht, diese Aufgabe zu haben“, berichtete einer der Schüler stolz.

Dieses Praktikumsprojekt war so noch "näher" an künftigen Arbeitsbedingungen, als die bisherigen Projekte. Mit diesem Projekt haben sie ein nun Praktikum durchlaufen, dass sie auch auf eine spätere Berufsausbildung mit vorbereitet hat. Durch Reflektionsgespräche und durch das gemeinsame künstlerische Tun erfuhren sie mehr über ihre Stärken und wie man sie einsetzt.

Die Schüler und Schülerinnen waren  sehr motiviert und bestrebt sich durch dieses Projekt selber besser einschätzen zu lernen. Die Herausforderung lag daran, die vielen Meter des Ganges mit dem Motiv ordentlich und gekonnt zu malen--der Untergrund war nicht glatt, was besonders schwierig war. Das Motiv ist orientiert sich an der Idee und der Firmenphilosophie, wie Herr Erbacher bei der Vernissage am 18.7.19 erläuterte.

Ein Berufsorientierungsprojekt, das lange im Gedächtnis bleibt

Landrat Jens Marco Scherf lobte bei der Vernissage die Schüler für ihre Arbeit: „Ihr habt einen Beitrag dafür geleistet, dass sich Menschen bei der Arbeit wohlfühlen können.“

Im Rahmen der Vernissage wurde zum einen das farbenfrohe Ergebnis dieses Lernprozesses vorgestellt. Zum anderen erhielten die Schüler aber auch individuelle Zertifikate, in denen Frau Leuner ihre jeweiligen Stärken hervorhebt. Dies soll die jungen Menschen, die aus den verschiedensten Ländern nach Deutschland gekommen sind, bei ihrem Einstieg in den Berufsalltag unterstützen.