"Märchentage in Obernburg"

Vernissage: Märchensonntag in Obernburg am 20.09.2015
Zeitraum: November 2014 - Juni 2015
Beteiligte: Kunst-AG der Main-Limes-Realschule, Klassen 4a, 4b, 4c, 5a, 6a, 6b der Johannes-Obernburger-Grundschule
Leitung: Elke Fieger, Thea Nodes, Sanra Wörner
Finanzierung: Kunstnetz und Stadt Obernburg

Alte Traditionen, wie z.B. das Märchenerzählen, gehen immer mehr verloren. So entstand bei uns die Idee, das Thema „Märchen“ mit Kindern künstlerisch in einem Projekt um zu setzen.

Die Stadt Obernburg erwies sich mit ihren mittelalterlichen Bauwerken als ideale Märchenstadt. Es mussten einige Hürden genommen werden, bis das Projekt realisiert werden konnte.

Die beiden Schulleiter, Frau Siegel von der Main-Limes-Realschule und Herr Langer von der Johannes-Obernburger-Grund-und-Mittelschule, waren dann schnell zu begeistern und haben gleich versucht, unsere Pläne in den Unterrichtsplan ein zu bauen.

Die Stadt Obernburg und der Bezirk Unterfranken (für das Kunstnetz) unterstützten das Projekt finanziell. Wichtig war auch die denkmalschutzrechtliche Genehmigung dafür, dass an den Türmen
die Kunstwerke der Kinder angebracht werden durften.

Was von Anfang an leicht war, war, die Kinder für das Projekt zu begeistern. Und je mehr das Projekt wuchs, desto mehr brachten sich die Kinder ein. Die Grundidee war, Bilder und Figuren im öffentlichen Raum zu zeigen. Also nicht wie üblich an der Schule und einem kleinen Publikum, sondern draußen und über einen langen Zeitraum. Die Kinder fanden es toll, dass die nächsten Monate so viele Menschen ihre Werke bewundern können. Während des Projektverlaufs wurde das Miteinander stark gefördert, denn insgesamt sechs Klassen der Grund-und- MS-Obernburg waren beteiligt und die Arbeiten waren sehr umfangreich. So kam es vor, dass an den großen Figuren viele Kinder über einen großen Zeitraum hinweg gearbeitet haben. Damit z.B. die Hexe von „Hänsel und Gretel“ so aussieht, wie sie sich nun am Turm zeigt, waren sechs Schüler/innen über zehn Stunden mit Hingabe beschäftigt. Am wichtigsten war uns, dass immer wieder eigene Ideen der Kinder eingebracht und umgesetzt wurden.

Vom Ablauf:
Wir haben den Kindern das betreffende Märchen zuerst vorgelesen. Viele Kinder kannten die Märchen „Hänsel und Gretel“ und „Frau Holle“ gar nicht. Gemeinsam wurden Gestaltungsideen nach den Inhalten gesammelt. An zahlreichen Nachmittagen sind dann in den Schulen Acrylbilder entstanden, die am Hexenturm und am Almosenturm zu sehen sind.

Im Schaufenster des „Buchkabinetts“ waren mehrere Wochen Linoldrucke der Kinder zu den Obernburger Türmen und zu Märchenmotiven ausgestellt. Die Drucke waren gleichzeitig Grundlage für die Werbeflyer für dieses Projekt. Außerdem hingen dort Acrylbilder zu „Hänsel und Gretel, die mit einigen Schülerinnen aus der Kunst-AG der Realschule entstanden sind. Alle anderen Bilder, die in der Grund-und Mittelschule entstanden, hängen am Hexenturm und am Almosenturm.

Die lebensgroßen Figuren aus Holzplatten sind in mehreren Schritten entstanden: Ideensammlung und Entwurf in lebensgroßem Format wurde von den Kindern vorbereitet. Diese Entwürfe gingen dann an die Schreinerei Michael Rothenbücher in Kleinwallstadt, der in großem Zeitaufwand und mit viel Geduld alle Figuren ausgesägt hat.Zurück an der Schule wurden die Figuren dann von den Kindern bemalt. Parallel dazu sind in der Realschule 200 Schneeflocken als Sägearbeit entstanden, die an Frau Holles Bett am Almosenturm hängen. Für das Bett der Frau Holle hat sich dann noch ein „tapferes Schneiderlein“ gefunden, da dies im Werkunterricht nicht mehr zu leisten war. Das Märchenprojekt ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Eventuell kann es in den kommenden Jahren an anderen Plätzen der Stadt fortgesetzt werden.

Bericht: Elke Fieger, Thea Nodes, Sandra Wörner

       
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