"Die Kunst der konstruktiven Auseinandersetzung mittels Kampfkunst & Theaterarbeit"

in zwei Phasen bzw. Schulhalbjahren

Im ersten Schulhalbjahr 2015/16 wurde mit Grundschülern der 1. bis 4. Klasse der Volksschule Mönchberg/Röllbach die „Kunst der konstruktiven Auseinandersetzung mittels Kampfkunst & Theaterarbeit“ betrieben, sprich gelernt und trainiert.

Zusammen mit bis zu 28 Kindern, darunter mehrere teils fluktuierende Flüchtlingskinder des in Mönchberg angesiedelten Asylantenheimes, wurde Kampfkunst und Stuntakrobatik in Verbindung mit körperorientierter Theaterarbeit, sprich Bewegungstheater und „komischem Spiel“ betrieben. Die Fallschule des Aikido in Übertragung auf die Stuntakrobatik mit Trampolin, sowie erste Annäherungen an die anspruchsvollen Angriffs- und Abwehr-Techniken des Aikido, in Erweiterung auf Stockkampf  (Hojo), wurde in seinen Grundfesten erlernt und praktiziert. Die Kinder konnten die inhaltliche Arbeit des Abgrenzens und Friedenstiftens durch Bei-sich-Bleiben und Sich-selbst-in-Bewegung-Bringen erlernen, so dass der andere sich im Angreifen selbst zu Fall bringt.

Als vorbereitende Grundlagenarbeit haben die Kinder regelmäßige Fallschule betrieben, sind also ins bodennahe Rollen und Fallen auf Matten diverser Härtegrade gekommen und konnten sich dann darauf aufbauend weiter beim Sich-fallen-Lassen und Fliegen-ohne-sich-weh-zu-Tun üben. Hier konnten sie schon vieles an ihrem teils schwierigen, weil gewaltvoll aufgeladenen Konfliktpotenzial in Problemlösungsgestaltung umwandeln und in ihr generelles Verhalten integrieren; die stark ritualisierten disziplinfordernden Kampfkünste sind ihnen zunächst deutlich schwer gefallen und es brauchte nach wie vor regelmäßige erinnernde Praxis, machte die Arbeit jedoch klar und half den Kindern spürbar zu mehr innerer Ruhe und konzentrierter Aufmerksamkeit zu gelangen; Konflikte konnten immer in der Gruppe besprochen und geklärt werden und die Kinder machten darin selbstständige Fortschritte.

Sozialpädagogisch als besonders förderbedürftig eingeschätzte Kinder der Inklusionsschule haben ihren Platz in der Gruppe gefunden und teils besonderes körperemotionales Geschick und Talent bewiesen. Auf dem Weg zu einer bühnentauglichen Show wurden zusammen mit den Kindern erste kampfimprovisative Szenenentwürfe erarbeitet und geübt, sowie Stuntakrobatiknummern entworfen in Hinblick auf die zum Ende des laufenden Schuljahres und dem zweiten Projekthalbjahr geplante Aufführung der erarbeiteten Szenen. Dazu wurden zusätzlich Mittel des komischen Theaters, das Fiasko des Clown, sprich das „Fehler machen“, sowie Missverständnisse wie Unfälle kreieren geübt - nach dem Motto: “Wir genießen es im Spiel ums Stolpern, ums Fallen, ums zufällig unfällige Fliegen zu erliegen und wissen wir können dabei nur siegen. Ziel ist: dass der Zuschauer sich mit uns freut, staunt und keine Sekunde Dabeisein bereut!“

Im zweiten Schulhalbjahr 2016 wurde mit einer etwas geringeren Anzahl an Grundschülern der 1. bis 4. Klasse der Volksschule Mönchberg/Röllbach die „Kunst der konstruktiven Auseinandersetzung mittels Kampfkunst & Theaterarbeit“ beschriebener Form weiter betrieben. Die Schüler haben bereits Erlerntes aus der Grundlagenarbeit der Fallschule und das Erlernen gezielter Selbstverteidigungstechniken aus der Kampfkunst weiter vertieft. Drei der sieben Flüchtlingskinder wurden an die Mozartschule in Elsenfeld verlegt. Mit den Verbliebenen wurde weiterhin Kampfkunst und Stuntakrobatik in Verbindung mit körperorientierter Theaterarbeit, sprich Bewegungstheater und „komischem Spiel“ geübt. Die Fallschule des Aikido in Übertragung auf die Stuntakrobatik mit Trampolin, sowie erste Annäherungen an die anspruchsvollen Angriffs- und Abwehr-Techniken des Aikido wurde in seinen Grundfesten erlernt und praktiziert. Die Kinder konnten die inhaltliche Arbeit des Abgrenzens und Friedenstiftens durch Bei-sich-Bleiben und Sich-selbst-in-Bewegung-Bringen nun auch inhaltlich dramaturgisch umsetzen, sprich kreative stuntakrobatische Aufbauten visionieren und umsetzen, die sie dann in Theaterszenen einfassten. Es entstanden sowohl kriegerische, als auch lösungsorientiert friedenstiftende Nummern. Die Kids brauchten dabei definitiv eine starke Führung, um Ihre Kräfte und Ideen sinnvoll & konstruktiv zu kanalisieren. Dies ist insofern gelungen, dass die Teilnehmer sich zunehmend ernsthaft inhaltlich beschäftigten und schließlich selbstständiges Konfliktmanagement betrieben haben.

Sie brauchten jedoch nach wie vor, regelmäßiger erinnernder Praxis, was die Technik der Kampfkunst betrifft. Dies macht die Arbeit allerdings klar und half den Kindern nach wie vor spürbar zu mehr innerer Ruhe und konzentrierter Aufmerksamkeit zu gelangen. Konflikte konnten immer in der Gruppe besprochen und geklärt werden und die Kinder machten darin weiter selbstständige Fortschritte. Auf dem Weg zu einer bühnentauglichen Show, wurden dann zusammen mit den Kindern aufführungsreife stuntakrobatische Szenen geschaffen. Leider wurde die zum Ende des laufenden Schuljahres geplante Aufführung von Seiten der Schulleitung kurzfristig abgesagt, weil diese sich für ein Zirkusprojekt mit professioneller Zirkusfamilie zum Schulfest entschieden hatte.

Eine weitere Aufführung zum Anlass des Schulfestes oder zu einem anderen Anlaß hätte den Rahmen gesprengt, sagte die Schulleitung. Darum und aufgrund der Beliebtheit und Sinnhaftigkeit des Projektes Kampf- Und Stuntakrobatik in Zusammenarbeit mit dem Kunstnetz Miltenberg und dem Förderprogramm „DU bist anders als ICH und alle sind WIR gleich“ im Rahmen von Stadtkultur Bayern, sind zwei weitere Durchläufe sowohl über das Kunstnetz, als auch im Rahmen von "Ich und die Welt" (Stadtkultur) für das Projekt beantragt!

Ansprechpartnerin: Petra Hofmann
Telefon: 0173 5712210
E-Mail: mail@petra-hofmann.com